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PERFORMANCEREIHE IM MASA



Das TTT TraumTanzTheater - G. Marschall Grundke und
der Künstler T. M. Fudala präsentieren Werkstücke zum Thema

ICH BIN


Unter Mitwirkung von Artisten aus den Bereichen der Musik und
Bildenden Kunst entsteht ein faszinierendes Gesamtkunstwerk.
Bodypainting sowie Wortkompositionen ergänzen die Performance Reihe.


Lass Dich entführen in die Reale Traumwelt.


Jeden 3. Sonntag im Monat ab 17:00 Uhr

im MASA, Georgstr. 50 B, Tel. (05 11) 35 30 793

Termine: * 21.12.08 * 18.01.09 * 15.02.09 * 15.03.09
* 19.04.09 * 17.05.09 * evtl. 21.06.09


Eintritt frei

www.ichbindas.org * www.masaloft.de * www.fudala.org * www.traumtanztheater.de

Fotos und Videos der vergangenen Events werden auf www.ichbindas.org zu finden sein.






ICH BIN



An einem frühen Morgen, als die Blumen noch weit oben in den weichen Wolken schlummerten und der liebliche Mond lächelnd sein silbernes Licht über die Auen streute, erwachte plötzlich eine kleine Blume aus einem seltsamen Traum.

Sie erinnerte sich, da erzählte der Regenbogen der alten ehrwürdigen Kröte eine unheimliche Geschichte.

Die weise Kröte wohnte gleich am Flussufer, tief in der Erde unter der Wurzel einer riesigen Weide, deren Zweige wie lange Haare zärtlich die wirbelnde Wasseroberfläche streichelten. Sie kam heraus aus ihrer Höhle, um den alten Freund den Lichtbogen zu begrüßen. Und wie immer redeten sie lange miteinnander.

Da sprach der Glitzerbogen:

Es war einmal ein blauer Planet in den Weiten des Kosmos. Er drehte sich um eine wunderschöne kleine Sonne. Welch entzückender Anblick! Dort gab es ganze Ozeane kristallklaren Wassers, prächtige Inseln und Kontinente. Alles voller Leben. Eine atemberaubende Vielfalt. Und dann oben und unten wie Sahnehäubchen aussehendes Eis. Einfach zum Verlieben! Das war die Heimat einer äußerst interessanten Lebensform. Sie nannte sich Mensch und glaubte…

Der Regenbogen seufzte, machte eine kleine Pause. Dann erzählte er weiter.

... die Menschen glaubten unter anderem an das Paradies. Aber erst nach dem Tod! Kein Wunder, dass sie ausgestorben sind. Es wird erzählt, dass die Menschen sich selbst vernichtet haben. Der einst zartblaue Planet wurde braun und schrumpelig wie eine verkohlte Kartoffel… da war es zu spät.

Die Kröte hörte ruhig zu. Nur ihre Augen wurden immer größer und größer.

... alles fing an... setzte der Glitzerbogen fort... als der Dunkle Stern die Erde mit seinem finsteren Licht überflutete. Da schlossen sich erschrocken der Menschen Herzen wie Blumen bei Einbruch der Nacht. So kalt und unheimlich war das leere Licht.

Dadurch wurde die Verbindung zwischen Herz und Kopf, zwischen Gefühl und Verstand durchtrennt, und nun tauchte im Kopf der Menschheit ein neuer Gedanke auf. Es erschien ein neues Ich, das nur eine Erinnerung, ein Echo, ein Reflex des einen allumfassenden ICH BIN war.

Von dem neuen Ich ausgehend erschuf der Verstand eine Scheinwelt, die wie eine Mauer die Menschen von der einen Wirklichkeit trennte. In der Vorstellung wurde das Sein in Stücke zerteilt: Tag und Nacht, Sonne und Mond, Leben und Tod, Wasser und Feuer, Mensch und Gott, Himmel und Erde wurden von nun an als von sich getrennte Erscheinungen betrachtet und die mal als gut und mal als böse beurteilt .

Der Regenbogen wurde still, flimmerte auf. Er bekam eine Gänsehaut bei der Geschichte. Dann erzählte er weiter.

... das alles machte die Menschen unglücklich. Aus der Angst und Verzweiflung wuchsen drei neue, bis dahin unbekannte Charaktereigenschaften heraus. Es waren Stolz, Hass und Gier. Von dieser Zeit an strebten die Menschen nach Macht. Die Gierigsten unter diesen herrschten von nun an. Und um die eigene Position zu sichern, erfanden sie schwere Strafen. Was aber noch viel schlimmer war: Sie verdrehten die Wahrheit und kreierten eine neue Instanz, die sie Gott nannten. Dieser Gott thronte, genau wie sie selbst, über der Welt und bestrafte die Menschen mit unendlich langen Qualen. Nur für die Angepassten wartete der Himmel nach dem Tod. Das wurde der Menschen einziger Trost und Hoffnung. Es kam so weit, dass Verwirrung und Krankheit alltäglich wurden und die Menschen nicht mehr die Wahrheit von der Lüge unterscheiden konnten.

Ja ja ja… die Kröte lächelte nur milde... Schicksal... sagte sie.

Der Glitzerbogen machte eine längere Pause und das kleine Blümchen fühlte in sich hinein.

Wie schrecklich... dachte sie... dass die Menschen vergessen konnten, wer sie sind, und dass sie das Wunder des Lebens in sich nicht mehr gefühlt haben und dass wir doch alle untrennbar miteinander verbunden sind! Oh Nein!... sie zitterte... die Menschen hätten doch auch frei sein können!

Ein kalter Schauer kribbelte von ihrer kleinen Wurzel bis tief in den Erdkern. Da schnurrte beruhigend die bezaubernde Königin Erde zurück: Hab keine Angst, mein Liebling, das ist nur ein Traum... ein flüchtiger Traum...

Da beruhigte sich die kleine Blume und staunend blickte sie auf, denn genau in diesem Augenblick durchströmte ein Windhauch den funkelnden Bogen.

Alle Tröpfchen tanzten im Licht und sangen mit glitzernden Stimmchen. Im Einklang vereinten sie sich zu der einen, summenden Regenbogenstimme, die die Geschichte nun weitererzählte.

... es gab immer wieder Menschen, die die Wahrheit erkannt hatten. Die Wahrheit die Alle aus den zwängen der Macht befreien konnte. Sie waren für die Herrschenden eine grosse Gefahr, und so wurden sie eingekerkert oder getötet und ihre Worte völlig verdreht. Die Menschen sollten nicht erfahren, dass es nur ein allumfassendes Bewusstsein gibt und dass jedes Lebewesen der Mittelpunkt des Ganzen ist. Mittelpunkt des einen grenzenlosen ICH BIN.

Ja ja ja... murmelte die Kröte... das kann man nur mit dem Herzen verstehen. Es gibt nur eine Medizin für den Menschen. Er muss unbedingt begreifen, dass es nur Einssein gibt, und es ist bereits vollkommen. Der Mensch gleicht dem wahnsinnig gewordenen König, der wie besessen sein ganzes Reich durchsucht auf der Suche nach dem König. Er wird ihn nie finden, so lange er nicht erkennt, dass er es ist, den er die ganze Zeit suchte.

Der Regenbogen kicherte. Nach einer Weile sagte er...

… wie wahr, meine Schöne. Ach ja! Die Geschichte möchte ich Dir noch weiter erzählen: Eines Tages geschah etwas Sonderbares. Genau in dem Augenblick, als das Zentrum der Galaxie, Sonne und Erde genau in einer Reihe standen, wie Perlen an einem Band, kam ein Kind auf die Welt. Die ganze Menschheit atmete im selben Moment auf. Der Name von dem Kind war…

Da ertönte ein tiefer Klang in der Luft und der erste Sonnenbote erreichte die kleine Blume, die sich gerade an ihren Traum erinnerte. Die lachende Sonne schaute über dem Saum der Berge. Myriaden von Tautropfen funkelten auf in ihrem Licht. Die kleine Blume vergaß den Traum. Voller Entzücken und im Einklang mit dem Universum spürte sie mit ihrem ganzen Herzen das ewige… ICH BIN

T.M. Fudala: Erzählung „Ich bin“



Engel Gabri'el © www.traumtanztheater.de

Engel


Was sind Engel?


„Wir sind Boten, die Nähe zu tragen
zu denen in der Ferne.
Wir sind Boten, das Licht zu tragen
zu denen im Dunkeln.
Wir sind Boten, das Wort zu tragen
zu denen, die fragen.
Wir sind weder das Licht noch
die Botschaft. Wir sind die
Botschafter.“

Aus Wim Wenders Film „In weiter Ferne, so nah!“



Foto: „Engel Gabri'el“.

Quelle: www.traumtanztheater.de »

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